Die Kirche St. Peter und Paul in Köniz


Da noch keine umfassenden archäologischen Grabungen unter und an der heutigen Kirche getätigt wurden, ist man über die Entstehung des Gotteshauses auf Mutmassungen angewiesen. Sicher ist, dass der jetzige Kirchenbau mindestens zwei bis drei Vorgängerbauten aufzuweisen hat.

Ob im 7. Jahrhundert ein Grossgrundbesitzer christianisiert wurde und deshalb eine eigene Hauskapelle erbaute, ob ein keltischer Opferplatz (Thing) im selben Jahrhundert christianisiert wurde bzw. einen christlichen Altar „aufgepfropft“ bekam oder ob eine burgähnliche Kirche aus verkehrsstrategischen Gründen errichtet wurde, ist unbekannt.

Der Sage nach ist das den Heiligen Petrus und Paulus geweihte Gotteshaus von König Rudolf II. von Hochburgund (880 – 937) und seiner Gattin Bertha gegründet worden.
Um 1100 wurde unter den Augustiner Chorherren der Kern der heutigen Kirche erbaut.
Dem Deutschen Orden diente ab 1226 die Kirche weiterhin als Pfarrkirche, einer der Deutschordensbrüder amtete als Leutpriester.

Zur "Mutterkirche" Köniz gehörten u.a. die folgenden Kirchen: Bümpliz, Neuenegg, Bösingen, Oberbalm, Wahlern und St. Vinzenz in Bern (das spätere Münster).
Der Verlauf des zweistündigen "Predigtweges" von Bern nach Köniz ist noch bekannt.
Vor der Reformation besass die Kirche Altäre zu Ehren Johannes des Täufers, der Muttergottes und der Heiligen Katharina. Auch die Schutzpatronin der Deutschritter, die Heilige Elisabeth von Thüringen, ist in der Kirche mehrfach dargestellt.

Sämtliche Pfarrer seit der Reformation 1528 sind bekannt. Unter ihnen sowie unter der Zeit der Landvogtei von Sternenberg wurde die Kirche mehrmals baulich verändert.
Die letztmals 1980/81 renovierte Kirche gilt als Mutterkirche der heute 6 Kirchen der ref. Kirchgemeinde Köniz. Der stattliche Bau auf dem Schlosshügel ist von weit her zu sehen, und dank der seit 2004 installierten Beleuchtung ist die Kirche auch nachts ein Blickfang.

Führungen
Für Gruppen werden auf Anfrage Führungen um und in der Kirche sowie durchs Ritterhuus organisiert. Bei Interesse rufen Sie uns bitte an.
Mitarbeitende

Öffnungszeiten
Die Kirche ist im Winter täglich von 8:00 bis 18:00 Uhr, im Sommer von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet und kann für Besichtigungen oder zur persönlichen Andacht benutzt werden.

Im Kircheninnern verdienen besondere Beachtung:

die spätgotische Leistendecke des Langhauses mit farbigen Flachschnitzereien und Heiligendarstellungen (1503)
die Kanzel aus Nussbaumholz, die wohl in Berns Umgebung als schönstes Beispiel im Louis-XV-Stil betrachtet werden kann
der spätgotische Taufstein (1503) mit dem aus der Halbkugel entwickelten Achterbecken mit Halbfiguren von bedeutender bildhauerischer Qualität (auferstandener Christus, Petrus, Paulus und die Hl. Elisabeth von Thüringen)
der Abendmahlstisch mit Intarsien aus dem Jahre 1665
die Glasgemälde aus dem frühen 14. Jahrhundert ( Apostelfenster ), die wohl den kostbarsten Schatz der Kirche bilden
die Wandmalereien im Chor aus dem Jahre 1398
die 1937 von Leo Steck geschaffenen Glasfenster im Langhaus (alles „Königsfenster“)
die aus dem Jahre 1781 stammende bedeutungsvolle Bossart-Orgel
die sog. "Bürten-Bänke" entlang der Langhaus-Wände
die Helmkugel auf dem Kirchturm (1704)

 

 

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